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Der Franzosenfriedhof liegt auf einem historisch
wichtigen Boden. Diese Stätte war früher einmal eine Wehranlage, stammt etwa
aus dem 12. Jahrhundert. Der Name "Burgstall" stammt aus dieser Zeit. Im
Lauf der Zeit ist sie verfallen. Jetzt ist noch ein Graben und der Wall um
das Zentrum der Remise deutlich zu erkennen.
Ein Beitrag zur Geschichte dieser Stätte stammt von Dr. Krenn, aus dem
Bundesdenkmalamt.
Beitrag von Dr. Martin Krenn /
Bundesdenkmalamt
Bei der 1,1 km
südöstlich der Pfarrkirche von Obersiebenbrunn liegenden Wehranlage, dem
Burgstall, handelt es sich um eine Niederungsburg, die mit Sicherheit als
ehemalige Wasserburg anzusprechen ist. Laut
Schwammenhöfer ist eine
Entstehungszeit im 12. Jahrhundert (fragliche Nennung 1115) anzunehmen,
urkundliche Belege finden sich ab 1297, hier überantwortet Benesch von
Wartberg örtliche Güter an Stephan v. Maissau. 1343 verkauft Hadmar der
Stuchs von Trautmannsdorf freies Eigen, u. a. den Burgstall zu Siebenbrunn
an die Merkensteiner. Als Nachfolgeanlage entsteht noch im 14. Jahrhundert
im Siedlungsverband der Freihof, das spätere Schloss. 1633 wird noch ein
öder Purgstall im Feld bei Siebenbrunn genannt. Das zum Burgstall gehörige
Dorf wird laut Historischen Ortsnamenbuch (S307) 1429, 1492 und 1544
genannt, spätestens 1562 wird es als öd bezeichnet.
Das Mittelwerk erhebt
sich rund 2 Meter über den Boden, die sanft gewölbte Plattform hat einen
Durchmesser von über 35 Meter und ist von zahlreichen Unebenheiten
durchzogen.
Der Plattenrand scheint
wallartig erhöht gewesen zu sein. Hierbei dürfte es sich um eine innere
Umfassungsmauer am Rande des Burgplateaus gehandelt haben. Im Zentralbereich
ist weiters eine kleine Erhebung zu bemerken, die den Standort eines „Festen
Hauses“ bzw. eines zentralen Turmes markiert. An der Nordseite sind Wall und
Grabensystem heute weitgehend eingeebnet. An der Ost, Süd und Westseite
besitzt der Wall hingegen noch eine Höhe von bis zu 3 Metern, hier ist auch
der Innengraben gut erhalten. Die von H. P.
Schad’n hier noch in den 50er
Jahren konstatierte Wasserführung lässt sich nach den Regulierungsmaßnahmen
am Stempfelbach nicht mehr beobachten, der Außengraben ist heute völlig
zuplaniert.
Der Platz, zu dem
ursprünglich 60 Joch Gründe gehörten, hatte eine eigene Einlage in der
Landtafel. In alten Herrschaftsakten wird er "Der öde Purkstall" genannt,
"ein Edelmannssitz zwischen Ober? und Unter?Siebenbrunn, bestehend aus
Sumpf, Rohr und Wiese".
Das alte "feste Haus",
das zweifellos bis auf die Gründung des Ortes zurückgeht, wurde, wie die
meisten Wehranlagen des Marchfeldes, direkt in den Sumpf gebaut. Die
auffällige Entfernung zum Ort selbst wird mit einer späteren Verlagerung der
Siedlung zusammenhängen (siehe oben). Unter Prinz Eugen wurde der Boden
entwässert und urbar gemacht.
1809 wurden die im
Feldspital (Schloss) verstorbenen Franzosen hier bestattet, was die ersten
größeren Veränderungen zur Folge hatte. Später diente die Umwallung als
Viehhürde, bei den weiteren Meliorationsmaßnahmen (Erklärung) und der Regulierung des
Baches kam es ebenfalls zu Beeinträchtigungen an der Bewehrung.
Als Vorbild für eine
derartige Anlage kann Burg von Haugsdorf angesehen werden (anbei
Vischer-Stich). Prinzipiell muss man davon ausgehen, dass es sich bei
derartigen Burganlagen um die klassische Kleinburg im Marchfeld gehandelt
hat. Diese Burgen bestanden bei nahezu jeder Dorfgründung und dienten als
Verwaltungsmittelpunkte. Sie wurden zumeist von niedrigen Ministerialen
bewohnt. |