Historische Entwicklung
Home EröffnungsFeier Besucher Eröffnung Lageplan Wie alles begann Historische Entwicklung Die Schlacht 1809 Soldat als Mensch Neugestaltung Friedhof

 

Geschichte des Franzosenfriedhofs

Der Franzosenfriedhof liegt auf einem historisch wichtigen Boden. Diese Stätte war früher einmal eine Wehranlage, stammt etwa aus dem 12. Jahrhundert. Der Name "Burgstall" stammt aus dieser Zeit. Im Lauf der Zeit ist sie verfallen. Jetzt ist noch ein Graben und der Wall um das Zentrum der Remise deutlich zu erkennen.

Ein Beitrag zur Geschichte dieser Stätte stammt von Dr. Krenn, aus dem Bundesdenkmalamt.

Burgstall

Beitrag von Dr. Martin Krenn / Bundesdenkmalamt

Bei der 1,1 km südöstlich der Pfarrkirche von Obersiebenbrunn liegenden Wehranlage, dem Burgstall, handelt es sich um eine Niederungsburg, die mit Sicherheit als ehemalige Wasserburg anzusprechen ist. Laut Schwammenhöfer ist eine Entstehungszeit im 12. Jahrhundert (fragliche Nennung 1115) anzunehmen, urkundliche Belege finden sich ab 1297, hier überantwortet Benesch von Wartberg örtliche Güter an Stephan v. Maissau. 1343 verkauft Hadmar der Stuchs von Trautmannsdorf freies Eigen, u. a. den Burgstall zu Siebenbrunn an die Merkensteiner. Als Nachfolgeanlage entsteht noch im 14. Jahrhundert im Siedlungsverband der Freihof, das spätere Schloss. 1633 wird noch ein öder Purgstall im Feld bei Siebenbrunn genannt. Das zum Burgstall gehörige Dorf wird laut Historischen Ortsnamenbuch (S307) 1429, 1492 und 1544 genannt, spätestens 1562 wird es als öd bezeichnet.

Das Mittelwerk erhebt sich rund 2 Meter über den Boden, die sanft gewölbte Plattform hat einen Durchmesser von über 35 Meter und ist von zahlreichen Unebenheiten durchzogen.

Der Plattenrand scheint wallartig erhöht gewesen zu sein. Hierbei dürfte es sich um eine innere Umfassungsmauer am Rande des Burgplateaus gehandelt haben. Im Zentralbereich ist weiters eine kleine Erhebung zu bemerken, die den Standort eines „Festen Hauses“ bzw. eines zentralen Turmes markiert. An der Nordseite sind Wall und Grabensystem heute weitgehend eingeebnet. An der Ost, Süd und Westseite besitzt der Wall hingegen noch eine Höhe von bis zu 3 Metern, hier ist auch der Innengraben gut erhalten. Die von H. P. Schad’n hier noch in den 50er Jahren konstatierte Wasserführung lässt sich nach den Regulierungsmaßnahmen am Stempfelbach nicht mehr beobachten, der Außengraben ist heute völlig zuplaniert.

Der Platz, zu dem ursprünglich 60 Joch Gründe gehörten, hatte eine eigene Einlage in der Landtafel. In alten Herrschaftsakten wird er "Der öde Purkstall" genannt, "ein Edelmannssitz zwischen Ober? und Unter?Siebenbrunn, bestehend aus Sumpf, Rohr und Wiese".

Das alte "feste Haus", das zweifellos bis auf die Gründung des Ortes zurückgeht, wurde, wie die meisten Wehranlagen des Marchfeldes, direkt in den Sumpf gebaut. Die auffällige Entfernung zum Ort selbst wird mit einer späteren Verlagerung der Siedlung zusammenhängen (siehe oben). Unter Prinz Eugen wurde der Boden entwässert und urbar gemacht.

1809 wurden die im Feldspital (Schloss) verstorbenen Franzosen hier bestattet, was die ersten größeren Veränderungen zur Folge hatte. Später diente die Umwallung als Viehhürde, bei den weiteren Meliorationsmaßnahmen (Erklärung) und der Regulierung des Baches kam es ebenfalls zu Beeinträchtigungen an der Bewehrung.

Als Vorbild für eine derartige Anlage kann Burg von Haugsdorf angesehen werden (anbei Vischer-Stich). Prinzipiell muss man davon ausgehen, dass es sich bei derartigen Burganlagen um die klassische Kleinburg im Marchfeld gehandelt hat. Diese Burgen bestanden bei nahezu jeder Dorfgründung und dienten als Verwaltungsmittelpunkte. Sie wurden zumeist von niedrigen Ministerialen bewohnt.

Abbild des Burgstalls, vom Weltall aus fotografiert

Die Aufnahme zeigt besonders deutlich die Kreisgrabenanlage des Burgstalls. Diagonal durchs Bild verläuft das Bachbett des Stempfelbaches. Quelle: Dr. Krenn / Bundesdenkmalamt

Zeichnung einer altertümlichen Wehranlage

So ähnlich könnte die Wehranlage Obersiebenbrunn ausgesehen haben. Quelle: Dr. Krenn / Bundesdenkmalamt

Für den Inhalt verantwortlich:

Mag. Günther Zier, 2283 Obersiebenbrunn, Website: www.g-zier.at
e-mail: guenther.zier@tele2.at