Die Rolle
Obersiebenbrunns in der Schlacht bei Deutsch Wagram am 6. Juli 1809
Auszug aus dem Buch von Manfred Rauchensteiner, „Die Schlacht bei Deutsch Wagram am 5. und 6. Juli 1809“
(Wien ÖBV, 1983 ISBN: 3-215-02433-0)
In diesem Buch wird von
Obersiebenbrunn im Zusammenhang mit der Schlacht berichtet; der zweite Tag
der Schlacht, 6. Juli 1809.
„Napoleon hatte seinen
rechten Flügel vor allem durch Reiterei verstärkt und Davout ein klares
Ziel gesetzt: Sturm auf Markgrafneusiedl und Umfassung des Korps
Rosenberg. Der Marschall gliederte sein Korps so um, dass er zwei
Divisionen in der Front hatte (Puthod und Gudin) und zwei weitere (Morand
und Friant), um Rosenberg in die Flanke zu fallen.“
„Dann schickte Davout
seine zahlreiche Kavallerie gegen Obersiebenbrunn vor, damit der
Infanterie ein entsprechender Aufmarschraum zur Verfügung stand. Das zwang
die Reiterei des österreichischen 4. Korps unter GM Frelich zur Räumung
Obersiebenbrunns.“ Zitat: Seite 30
Damit die Franzosen nach
Obersiebenbrunn
marschieren konnten, überschritten sie bei Leopoldsdorf im Marchfeld den
Rußbach.
Also wurde
Obersiebenbrunn
im Jahr 1809 Aufmarschgebiet und Bereitstellungsraum für die französischen
Truppen.
Die Österreicher
beobachteten ihre Gegner sehr genau:
„Rosenberg konnte die
Bewegungen der Franzosen von der Anhöhe des Wagram aus verfolgen und ahnte
auch schon, was da auf ihn zukam. Alles, was er in der Front entbehren
konnte, warf er an den Südostausgang von Markgrafneusiedl, um die dort an
einem Graben aufgestellten Truppen zu verstärken.“ Zitat: Seite 30
Fünf Bataillone standen
an diesem Graben. Die Brigade Mayer, die Infanterie-Regimenter Hoch- und
Deutschmeister und Kerpen, nebst zwei Landwehr-Bataillonen. Dahinter wurden
die Reste von drei weiteren Infanterie-Regimentern und Landwehr-Bataillone
bereitgestellt.
An den äußersten linken
Flügel beim Meierhof Siehdichfür beorderte Rosenberg praktisch seine gesamte
Kavallerie, die dank der Verstärkung durch die Division FML Nostitz vom
Kavallerie-Korps 38 1/2 Eskadronen zählte.
Rosenberg sah den
Aufmarsch der Franzosen bei
Obersiebenbrunn
und sandte zweimal hintereinander Melder zu Erzherzog Carl mit der Bitte um
Verstärkung. Es wurde aber keine entsandt.
Der Angriff der
Franzosen, ausgehend von
Obersiebenbrunn,
auf die Front der Österreicher bei Markrafneusiedl zeigte Wirkung:
„Die Divisionen Puthod
und Gudin drangen in den Ort ein und konnten erst in unmittelbarer Nähe
des ,Alten Turmes' aufgehalten werden. Angriffe, Abwehr, Gegenangriffe und
Reiterattacken erfolgten auf engstem Raum. Um den Turm tobte der Nahkampf
mit dem Bajonett.“ Zitat: Seite 30
Erzherzog Carl brachte
tatsächlich wieder eine neue Schlachtlinie zustande und befahl sogar die
Rückeroberung des ,Alten Turmes'.
Im Norden
Obersiebenbrunns bahnte sich eine weitere Niederlage der Österreichischen
Truppe an:
Carl (Ö) und Davout (F)
entschlossen sich etwa gleichzeitig die Entscheidung durch Einsatz der sehr
starken Kavallerie zu suchen.
„In der Nähe des
Meierhofes Siehdichfür kam es zum größten Reiterkampf der
zweitägigen Schlacht. Mit allen Finessen der Kavallerietaktik suchten sich
die Eskadronen die Flanken abzugewinnen, in die Masse der Gegner
hineinzustoßen und sie niederzusäbeln. Als immer neue Reitermassen der
Franzosen attackierten und schließlich die Kürassier-Division Grouchy
gegen die bereits ihren Sammelplätzen zustrebenden und aufgelösten
österreichischen Eskadronen anritt, war es nur zu augenscheinlich, daß die
Niederlage des Korps Rosenberg nicht mehr aufzuhalten war. Alles Trachten
mußte dahin gehen, den Rückzug nach Norden (von
Gut Siedichfür nach Gänserndorf oder Strasshof, Anm. der Redaktion)
über die Ebene in Ordnung durchzuführen.“ Zitat: Seite 31
Folgendes Dokument
wurde uns von Herrn Ing. Robert Zatschkowitsch zur Verfügung gestellt: Das Bild
zeigt die Lage der Schlacht am 6. Juli 1809 von 4:00 bis 10:00 Uhr |