Franzosenfriedhof
Überblick von Brunhilde Schabus und Mag.
Günther Zier
Historischer Boden in Obersiebenbrunn
Zu Obersiebenbrunn
gehört auch eine Stätte, die Zeugnis einer bewegten Vergangenheit ablegt:
Der Burgstall oder jetzt als „Franzosenfriedhof“ bezeichnet. In Urzeiten
stand dort eine Wehranlage und schützte die ersten Siedler in
Obersiebenbrunn. Jahrhunderte später wurde diese Stätte als Friedhof
gewidmet. In den letzten Generationen verblasste langsam das Wissen der
historischen Vergangenheit dieses historischen Bodens. Link:
Weiterführender Text "Historische
Entwicklung"
Im Jahr 2004 wurde das
Wissen von Identität und historischem Erbe durch eine Privatinitiative
aufgefrischt: Ing. Gerhard Frohner untersuchte das Waldstück „Burgstall“ und
fand uralte, verzierte Keramikscherben; aber auch viele alte menschliche
Gebeine. Link: "Wie alles
begann"
Der Burgstall wurde
früher als Grabstätte benützt. Helga Hansi recherchierte in den alten
Pfarrchroniken und konnte 51 Personen identifizieren, die in den Jahren 1801
- 1803 im Waldstück „Burgstall“ bestattet wurden. Link:
"Friedhof"
Von 1805
- 1936 benützten die Obersiebenbrunner den "Neuen Friedhof". Seine
Geschichte und Lage wird auf der Website
http://alter-friedhof-obersiebenbrunn.g-zier.at/ dokumentiert.
Napoleonkrieg, Schlacht bei Deutsch Wagram 1809
Vor 200 Jahren kämpften
die Soldaten Napoleons gegen die Habsburger in der Schlacht bei Deutsch
Wagram. Am Rande dieser Schlacht wurde
auch in der Nähe Obersiebenbrunns, beim Gutshof Siehdichfür, gekämpft und es
kam zum größten Reiterkampf der 2-tägigen Schlacht. Obersiebenbrunn war für
die Franzosen das Aufmarschgebiet vor dem Angriff auf die Flanke der
Österreicher bei Markrafneusiedl. Link:
"die Schlacht"
Soldaten sind in erster
Linie Menschen. Wie es dem Mensch im Soldat bei der Schlacht ging und
wie die Überlebenden mit den traumatischen Erlebnissen weiterleben mussten,
beschreibt der Text "Soldat als Mensch".
Der jetzige Name der
Remise, „Franzosenfriedhof“, spricht für sich: Im Schloss Obersiebenbrunn
errichteten die Franzosen 1809 während des Krieges Frankreich - Österreich
ein Feldlazarett im Schloss und die Gefallenen wurden auf dem Areal
„Burgstall“ begraben. Die Zahl der begrabenen Soldaten wird auf 100 – 150
geschätzt, Franzosen, Österreicher und Deutsche. Jahrzehnte später, im
Preußisch-Österreichischen Krieg von 1866, wurden dort auch Soldaten aus
Preußen begraben.
Neugestaltung
Im Frühjahr 2008 tobte
der Sturm „Emma“ über Obersiebenbrunn und richtete dabei auch am
Franzosenfriedhof große Schäden an. Viele mächtige Bäume wurden entwurzelt
oder umgebrochen. Damit wurde der ursprüngliche, naturbelassene Zustand noch
uriger, aber passte gar nicht mehr zu einer Grabstätte. Da musste etwas
geschehen!
Der
„Dorferneuerungsverein - Unser Obersiebenbrunn" hatte sich das Ziel
gesteckt, den Franzosenfriedhof neu zu gestalten. Genau heuer, im
Napoleon-Jahr, war der richtige Zeitpunkt, den Friedhof als würdige
Gedenkstätte zu gestalten.
Obmann Mag. Alois Naimer
konnte die Universität für angewandte Kunst, im Besonderen Prof. Alena Urbankova und einige ihrer Studenten für eine Kooperation gewinnen. Unter
der Leitung des bekannten deutsche Landschaftsdesigners Prof. Johannes
Mathiessen wurde im Frühjahr 2009 ein Workshop abgehalten. Die Studenten
präsentierten wunderschöne Entwürfe und Ideen. Daraus entwickelten
Gemeindevertreter, Universitätsangehörige und Dorferneuerungsverein
gemeinsam ein Konzept, das im Laufe dieses Jahres teilweise verwirklicht
werden konnte. Link:
"Neugestaltung"
Mit der Neugestaltung
des Franzosenfriedhofes will der Dorferneuerungsverein einen Teil der
Geschichte Obersiebenbrunns wieder in Erinnerung zu rufen.
In dieser Website finden sie
einen Überblick über die wechselvolle Geschichte der Stätte „Burgstall“ bzw.
„Franzosenfriedhof“ und wie Obersiebenbrunn in die Schlacht bei Deutsch Wagram 1809 eingebunden war. Diese Schlacht war ursächlich an der Benennung
des „Franzosenfriedhofs“ beteiligt.
Wir danken herzlich den genannten Personen
für ihre Beiträge und Mithilfe. |